14.07.2009
Margot Bischof über "Der Fluss meiner Träume" von Hidir Celik
In einem faszinierenden bunten Bogen, dessen Farben vom dunkelsten Violett bis zum leuchtensten Rot reichen, nimmt der kurdisch-stämmige Autor Hidir Celik uns in diesem Buch mit auf eine Reise. Er malt uns die fast atavistischen, bedrohlich ursprünglichen Wurzeln des Lebens seiner Vorfahren in Dersim, im fernsten Osten der Türkei. Wir lernen dann die Entwicklungen politischer und religiöser Hintergründe des Lebens der Menschen dort im letzten Jahrhundert, den letzten Jahrzehnten kennen, aber auch die manchmal durchschillernde Poesie ihres Alltags. Bevor er uns mit der Einwanderung seiner Eltern und später seiner eigenen Ankunft in Deutschland bekannt werden lässt, das ihm und seiner Familie schon lange zu einer weiteren Heimat geworden ist.
Der promovierte Politikwissenschaftler Hidir Celik setzt in diesem Buch die Kraft der Poesie, die kraftvoll-fließenden Wasser des Flusses Munzur, die den Wanderer begleiten, gegen Verfolgung, Leid und Vertreibung. Er tut dies, wie es nur einem Menschen möglich ist, der auch Facetten des Orients als blumenreiche Sprache im Repertoire seiner Seele trägt. Er erhält uns den Traum vieler Menschen, jenseits von Nationalitäten, Religionen und Weltanschauungen, nach einem friedvollen Zusammenleben auf unserem Planeten. Ein spannendes empfehlenswertes Buch!
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